Herztod – Hirntod – egal? Für Organspenden sicher nicht!
Der Satz fiel in einem zufällig mitgehörten Gespräch. “Ich bin dann ja tot, das kann mir doch egal sein”. Es ging wieder einmal um Organspende. Um die Widerspruchslösung. Und darum, dass man eher den Herztod als Kriterium nehmen solle; denn alle Bemühungen um mehr bitter nötige Organspenden waren bisher ja nicht erfolgreich genug …mehr lesen
Autonomie und Fürsorge – verstehen sich Ärzt:Innen und Patienten?
Autonomie heißt Eigengesetzlichkeit, Selbstbestimmung. Für alle Menschen und daher auch für Patienten gilt sie heute als selbstverständlich. Alle können selbst über sich bestimmen; allerdings stehen dabei viele Fragen oft unbeantwortet im Raum: zum Beispiel, ob wir überhaupt in allen Situationen unseres Lebens wirklich autonom sind. Ferner geht es darum, ob wir unsere Entscheidungen auf der Grundlage einer klaren Einsicht in die Materie treffen können, was in der Medizin heisst, dass wir genügend aufgeklärt wurden und alles verstanden haben. …mehr lesen
Ist “Alles tun” für Patienten wirklich hilfreich?
Meist fordern es die Angehörigen: “Alles tun” für Patienten. Genau das wollen Patienten und Ärzte natürlich auch. Allerdings verstehen unter “Alles” die drei Akteure oft Verschiedenes: Angehörige eher den Einsatz neuester Techniken – Ärzte gezielte Untersuchungen, die zu klaren Indikationen führen – und Patienten Hilfe in ihrem Leiden.
Klimakatastrophe: Bedrohung für Gesundheit
Der Klimawandel, besser: die Klimakatastrophe bestimmt unsere Zeit. Geschätzt 30-50 wissenschaftliche Artikel erscheinen täglich weltweit in Fachzeitschriften; es gibt einen breiten Konsens in der Wissenschaft, dass der Mensch die Hauptursache ist. Dennoch: wie weit die unmittelbaren Folgen auch für unsere Gesundheit gehen, für die öffentliche sowie die jedes Einzelnen, scheint uns nicht wirklich bewusst zu sein – auch wenn die WHO die Klimakrise bereits als Gesundheitskrise beschreibt und der Lancet Countdown Report 2024 von den verzögerten Maßnahmen als “rekordverdächtiges Bedrohungsszenario” spricht.
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Patientenrechte: Nichtwissen und Vergessenwerden?
Seit Jahrzehnten ist in der Medizinethik die Autonomie der Patienten ein Hauptthema. Geklärt ist, dass Patienten an allen medizinischen Entscheidungen selbst beteiligt werden müssen: es muss eine jedem gemäße Aufklärung vorgenommen werden, erst dann soll eine gemeinsamen Entscheidungsfindung über den zu gehenden Weg in Diagnostik und Therapie folgen. Patienten müssen jeder an ihnen vorzunehmenden Handlung zustimmen und, um das zu tun, müssen sie genau verstanden haben, worum es geht. Zur Autonomie gehört aber auch, sich gegen Wissen zu entscheiden, Nichtwissen zu wollen. Auch Vergessenwerden nimmt einen immer höheren Stellwert ein. …mehr lesen

Ute Altanis-Protzer
Dr. med., M.A.
Ärztin, Medizinethikerin, Literaturwissenschaftlerin und Autorin