Autonomie und Fürsorge – verstehen sich Ärzt:Innen und Patienten?
Autonomie heißt Eigengesetzlichkeit, Selbstbestimmung. Für alle Menschen und daher auch für Patienten gilt sie heute als selbstverständlich. Alle können selbst über sich bestimmen; allerdings stehen dabei viele Fragen oft unbeantwortet im Raum: zum Beispiel, ob wir überhaupt in allen Situationen unseres Lebens wirklich autonom sind. Ferner geht es darum, ob wir unsere Entscheidungen auf der Grundlage einer klaren Einsicht in die Materie treffen können, was in der Medizin heisst, dass wir genügend aufgeklärt wurden und alles verstanden haben. …mehr lesen
Patientenrechte: Nichtwissen und Vergessenwerden?
Seit Jahrzehnten ist in der Medizinethik die Autonomie der Patienten ein Hauptthema. Geklärt ist, dass Patienten an allen medizinischen Entscheidungen selbst beteiligt werden müssen: es muss eine jedem gemäße Aufklärung vorgenommen werden, erst dann soll eine gemeinsamen Entscheidungsfindung über den zu gehenden Weg in Diagnostik und Therapie folgen. Patienten müssen jeder an ihnen vorzunehmenden Handlung zustimmen und, um das zu tun, müssen sie genau verstanden haben, worum es geht. Zur Autonomie gehört aber auch, sich gegen Wissen zu entscheiden, Nichtwissen zu wollen. Auch Vergessenwerden nimmt einen immer höheren Stellwert ein. …mehr lesen
Wünschen – Wollen – Entscheiden als Patient
Wenn man jemand zur Zeit fragt, was er will, dann ist die wahrscheinlichste Antwort: dass die Pandemie vorbeigeht. Alles dauert zu lange, die Nerven liegen blank. Allerdings ist das eigentlich kein Wollen, sondern Wünschen. Wünschen kann man alles, wollen nur etwas Zielgerichtetes, das Handeln erfordert. Nur kleinen Kindern können Entscheidungen abgenommen werden, bei Erwachsenen erfordert jedes Wollen Handeln und Entscheiden. …mehr lesen

Ute Altanis-Protzer
Dr. med., M.A.
Ärztin, Medizinethikerin, Literaturwissenschaftlerin und Autorin