Mensch oder Tier? Beides?
Visionäre Welt in Bildern! Im Flur meiner Wohnung hängen zwei Drucke aus den Collagen von Max Ernst. Vogelköpfe sind da auf Menschenkörper montiert, so entstanden Fantasiewesen. Nicht zum ersten Mal in der Geschichte, man denke an Sphinx und Kentauren, aber im Surrealismus mit dem erklärten Ziel, unbewusste Triebe des Menschen darzustellen.
Schon vor etwa einem Jahrhundert schuf das Genie Max Ernst visionäre Bildwelten mit seiner neuen Collagetechnik. Die Technik selbst ist ein intellektuelles Verfahren; es geht nicht hervor aus einem spontanen Geniestreich, sondern wird gezielt eingesetzt: Bildmaterial wird transformiert, um eine Mehrdeutigkeit zu erzeugen, den Betrachter eher zum Nachdenken anzuregen als zur Bewunderung.
Roboter in der Pflege?
Science Fiction -Literatur und -Filme beschäftigen sich schon lange mit Robotern, die Menschen gefährlich werden oder am Ende die Weltherrschaft übernehmen könnten. Viel näher sollte uns die Frage sein, ob wir vermehrt Roboter in der Pflege einsetzen wollen, wie es z. B. in Japan seit Jahrzehnten schon die Regel ist.
Nebenbei gesagt: Kunstwesen sind nichts Neues. Schon die antike Pandora, die dann alle Leiden in die Welt brachte, war ein solches, und in der Mythologie Kretas gibt es den bronzenen TALOS, einen Roboter, der das Land und die Gesetze beschützte.
Neue Herausgabe des menschlichen Erbgutes
Das Stichwort heißt Genome Editing. Mit Editing bezeichnet man sonst den Schnitt von Filmen oder auch eine Vorbereitung von Texten vor der Herausgabe. Der Begriff ist treffend: das Erbgut neu herausgeben!
Genetische Eingriffe an sich sind nichts Neues mehr. Man verändert Pflanzen, damit sie besser an bestimmte klimatische Bedingungen angepasst sind oder widerstandskräftiger gegenüber Erkrankungen werden. Was ist also das Neue?
- Die Technik (Crispr/Cas9) ist nicht mehr so kompliziert wie bisher benutzte Methoden. Man kann sie leichter lernen und verhältnismäßig einfacher benutzen.
- Erstmals sind Eingriffe durchgeführt worden, wo es um die menschliche Keimbahn geht. Das heißt, dass der erreichte Zustand an folgende Generationen weitervererbt wird.
Grenzgebiete?
Wann sind Sie zum letzten Mal „an Ihre Grenzen gekommen“? Wie ging es Ihnen in diesem Moment? Und was haben Sie da unternommen?
Folgt man dem „Duden“ so sind Grenzen Trennungslinien zwischen vorhandenen Gebieten, aber auch gedachten Bereichen, darüber hinaus „Begrenzung, Abschlusslinie, Schranke“.
Mit den vorhandenen Gebieten sind z. B. Länder gemeint, die durch politische Grenzen getrennt sind, aber auch Landschaften mit natürlicher Trennlinie, wie durch Meer, Gebirgszug oder Strom. Klare Grenzen in jedem Fall. Ein Grenzgebiet wäre dann einfach das unmittelbar an die Grenze anschließende Gebiet.

Ute Altanis-Protzer
Dr. med., M.A.
Ärztin, Medizinethikerin, Literaturwissenschaftlerin und Autorin